PT PRO – DER GRO&Szlig;E MOBILITÄTS-RATGEBER
Welcher Rollstuhl passt zu mir?
Der große Ratgeber für Balance-Rollstühle, Elektrorollstühle und moderne Mobilitätslösungen
Genny Zero
Hoss R1
Omeo
Wer sich mit einem neuen Rollstuhl oder einer elektrischen Mobilitätslösung beschäftigt, merkt schnell: Die Auswahl ist groß – und die Unterschiede zwischen den Fahrzeugen sind erheblich. Soll die Steuerung möglichst einfach über einen Joystick erfolgen? Möchten Sie Ihren Körper aktiv in die Fahrzeugsteuerung einbeziehen? Ist ein offener Frontbereich wichtig? Wie viel Körperkontrolle ist vorhanden? Wo möchten Sie fahren? Muss das Fahrzeug ins Auto passen? Und welche Rolle spielen Körpergröße und Nutzergewicht?
Genau bei diesen Fragen setzt der PT Pro Mobilitäts-Finder an. Es geht dabei nicht darum, Ihnen nach ein paar Fragen automatisch „den besten Rollstuhl“ vorzuschlagen – dafür sind die persönlichen Voraussetzungen zu unterschiedlich. Stattdessen hilft Ihnen dieser Ratgeber, Ihre Anforderungen Schritt für Schritt einzuordnen und die für Sie interessanten Mobilitätskonzepte gezielt zu vergleichen.
Diese Mobilitätslösungen betrachten wir
- Genny Zero – aktiver, selbstbalancierender Rollstuhl mit Gewichts- und Körperverlagerung für Vorwärtsfahrt und Bremsen sowie separater Lenkung.
- Hoss R1 – selbstbalancierender Rollstuhl mit Joysticksteuerung und offenem Frontbereich, ohne aktive Gewichtsverlagerung.
- Omeo – aktiver, selbstbalancierender Rollstuhl mit körpergesteuerter Vorwärtsfahrt und Bremsung; Lenkung wahlweise per Körper-/Sitzsteuerung oder Joystick.
- Ältere Segway-PT-basierte Balance-Rollstühle, zum Beispiel Genny 2.0, Freee F2, AddSeat oder Bi-Go – interessant für Nutzer, die bereits ein solches Fahrzeug besitzen.
- Freedom One Life Series 5 – vierrädriger Elektrorollstuhl mit Joysticksteuerung und komplett offenem Frontbereich.
Spezielle Lösungen wie den Scewo BRO betrachten wir zusätzlich, wenn besondere Anforderungen – etwa regelmäßig unvermeidbare Treppen – eine eigene Fahrzeugkategorie erforderlich machen (siehe Kapitel „Was ist mit Treppen?“).
Die Diagnose allein entscheidet nicht darüber, welcher Rollstuhl zu einem Menschen passt. Viel wichtiger sind die tatsächlichen körperlichen Möglichkeiten und der persönliche Alltag – Körpergröße und Nutzergewicht, Rumpfstabilität, gewünschte Steuerungsart, Sitzposition und Transfer, Einsatzbereiche, Reichweite, Transport und Reisen. Auch Anschaffungskosten und die Nähe zu einem Service-Betrieb können wichtig sein – stehen in diesem Ratgeber aber bewusst nicht am Anfang. Zuerst geht es darum, welche Mobilitätskonzepte technisch und funktionell überhaupt zu Ihnen passen könnten.
Inhalt
- 1. Welcher Rollstuhl passt zu mir?
- 2. Was möchten Sie erreichen?
- 3. Mobilitätshilfe, obwohl Sie noch laufen können?
- 4. Körpergröße, Gewicht & körperliche Voraussetzungen
- 5. Aktiv oder passiv mobil sein?
- 6. Welches Bedienkonzept passt zu Ihnen?
- 7. Die Mobilitätskonzepte im direkten Vergleich
- 8. Sitzposition, Körperbau & Transfer
- 9. Wo möchten Sie fahren?
- 10. Reichweite & Geschwindigkeit
- 11. Passt der Rollstuhl in mein Auto?
- 12. Reisen mit Rollstuhl
- 13. Was ist mit Treppen?
- 14. Service, Reparatur & Nutzbarkeit
- 15. Kauf oder Kostenträger?
- 16. Welches Konzept könnte zu Ihnen passen?
- 17. Warum eine persönliche Erprobung wichtig ist
- 18. Persönliche Einschätzung durch PT Pro
Sie wissen noch nicht, welches Konzept zu Ihnen passt?
Schildern Sie uns kurz Ihre Anforderungen – wir schätzen Ihre Situation persönlich ein.
Mobilitäts-Finder starten1. Welcher Rollstuhl passt zu mir?
Wer nach einem neuen Rollstuhl oder einer elektrischen Mobilitätslösung sucht, beginnt häufig bei den Fahrzeugen: Welcher ist der beste? Welcher fährt am weitesten? Für eine gute Entscheidung sind andere Fragen zunächst wichtiger: Was möchten Sie mit Ihrer Mobilität wieder oder besser machen können? Und: Wie möchten und können Sie Ihr Fahrzeug bedienen? Ein Rollstuhl, der für einen Menschen hervorragend funktioniert, kann für einen anderen völlig ungeeignet sein.
Können Sie Ihren Körper aktiv einsetzen – und möchten Sie das?
Ein klassischer Elektrorollstuhl wie der Freedom One Life Series 5 wird über einen Joystick gesteuert, ohne aktive Gewichtsverlagerung. Auch der selbstbalancierende Hoss R1 wird per Joystick gesteuert. Beim Genny Zero dagegen ist der Nutzer aktiv eingebunden: Vorwärtsfahrt und Bremsen erfolgen über kontrollierte Gewichts- bzw. Körperverlagerung. Auch beim Omeo gehören Körperbewegungen zum Bedienkonzept – für die Lenkung kann zwischen Körper-/Sitzsteuerung und Joystick gewählt werden. Manche Fahrzeuge sollen Sie möglichst komfortabel fortbewegen, andere beziehen Sie deutlich stärker in die Fahrzeugsteuerung ein – keine dieser Lösungen ist grundsätzlich besser. Sie muss zu Ihnen passen.
Die Diagnose erzählt nur einen Teil der Geschichte
Zwei Menschen mit derselben Diagnose können völlig unterschiedliche körperliche Fähigkeiten haben. Deshalb wäre es falsch, pauschal zu sagen „bei MS brauchen Sie Fahrzeug X“. Entscheidend ist vielmehr: Können Sie Ihren Oberkörper kontrolliert bewegen? Können Sie Ihr Gewicht nach vorne und hinten verlagern? Wie stabil sitzen Sie? Können Sie einen Joystick sicher bedienen? Deshalb vergleichen wir im PT Pro Mobilitäts-Finder nicht einfach technische Daten – wir betrachten die Fahrzeuge aus Sicht des Nutzers.
Am Ende sollten Sie vor allem drei Dinge wissen: Welche Fahrzeugkonzepte sind für mich grundsätzlich interessant? Welche Unterschiede sind für meinen Alltag wirklich wichtig? Und welche Fahrzeuge sollte ich persönlich ausprobieren?
2. Was möchten Sie mit einer besseren Mobilitätslösung erreichen?
Bevor Sie Fahrzeuge vergleichen, lohnt sich eine einfache Frage: Was soll sich durch eine neue Mobilitätslösung in Ihrem Leben verändern? Meistens geht es nicht darum, einfach nur ein anderes Fahrzeug zu besitzen – es geht darum, wieder etwas tun zu können, das heute schwierig, anstrengend oder gar nicht mehr möglich ist.
Typische Wünsche sind zum Beispiel: längere Strecken selbstständig zurücklegen, wieder häufiger nach draußen kommen, Einkaufen und Besorgungen selbst erledigen, mit Familie oder Freunden Ausflüge machen, auf Wald- und Feldwegen unterwegs sein, selbstständiger arbeiten oder reisen, das Fahrzeug problemlos im Auto transportieren, körperlich aktiver mobil sein – oder möglichst kraftsparend und komfortabel unterwegs sein. Diese Ziele können völlig unterschiedliche Fahrzeugkonzepte sinnvoll machen.
Geht es hauptsächlich um Fortbewegung – oder möchten Sie aktiv beteiligt sein?
Soll das Fahrzeug Sie möglichst einfach, komfortabel und mit wenig körperlichem Einsatz von A nach B bringen? Dann können vollständig joystickgesteuerte Lösungen wie Hoss R1 und Freedom One Life Series 5 besonders interessant sein. Möchten Sie dagegen Ihren Körper bewusst einsetzen, sind aktive Balance-Konzepte wie Genny Zero oder Omeo reizvoll. Manche Nutzer möchten ausdrücklich eine Herausforderung und Freude daran haben, ihre Fahrzeugbeherrschung weiterzuentwickeln – andere möchten ihre Energie lieber sparsam einsetzen. Beides ist vollkommen nachvollziehbar. Die richtige Mobilitätslösung ist nicht automatisch das Fahrzeug mit der höchsten Geschwindigkeit oder den meisten Funktionen – sie ist die Lösung, die Ihnen bei den Dingen hilft, die für Ihr Leben tatsächlich wichtig sind.
3. Mobilitätshilfe, obwohl Sie noch laufen können?
Viele Menschen beschäftigen sich erst sehr spät mit einer elektrischen Mobilitätslösung: „Ich kann doch noch laufen – warum sollte ich das brauchen?“ Doch entscheidend ist nicht nur, ob Sie noch laufen können, sondern: Wie weit? Wie viel Kraft kostet es Sie? Wie lange brauchen Sie zur Erholung? Und auf welche Aktivitäten verzichten Sie bereits, weil Kraft oder Gehfähigkeit nicht mehr ausreichen?
Vielleicht gehen Sie noch selbstständig zum Auto, können am Ziel aber keine längeren Strecken mehr bewältigen. Vielleicht schaffen Sie einen Spaziergang, müssen danach aber lange pausieren. In solchen Situationen kann eine zusätzliche Mobilitätslösung den persönlichen Bewegungsradius erheblich erweitern – als Ergänzung, nicht als Ersatz. Kurze Strecken werden weiterhin gegangen, für längere Wege wird das Fahrzeug genutzt. Die entscheidende Frage lautet dann nicht mehr „Kann ich noch laufen?“, sondern „Kann ich meinen Alltag noch so gestalten, wie ich es möchte?“
Wichtig: Eine eingeschränkte Gehfähigkeit bedeutet nicht automatisch möglichst passive Mobilität – und eine vorhandene Körperfunktion bedeutet nicht automatisch möglichst aktive Mobilität. Jemand kann beispielsweise nur noch kurze Strecken gehen, aber den Oberkörper gut kontrollieren, Gewichtsverlagerungen sicher durchführen und Arme und Hände gut einsetzen – dann können auch aktive Balance-Rollstühle interessant sein. Bei einem anderen Menschen kann dagegen gerade das Einsparen jeder zusätzlichen Belastung wichtig sein. Es gibt keinen bestimmten Zeitpunkt, ab dem jemand „genug eingeschränkt“ sein muss, um sich mit einer Mobilitätslösung zu beschäftigen.
4. Körpergröße, Gewicht und körperliche Voraussetzungen
Bevor es um Reichweite, Geschwindigkeit oder Ausstattung geht, muss zunächst eine grundlegendere Frage beantwortet werden: Passt das Fahrzeug überhaupt zum Menschen – körperlich, technisch und funktionell? Wichtig sind vor allem Nutzergewicht, Körpergröße, Körperbau, benötigter Freiraum vor dem Körper, Sitzposition, Rumpfstabilität, kontrollierte Vor- und Rückbewegung, seitliche Körperbewegung sowie Arm- und Handfunktion.
Nutzergewicht: eine technische Grenze
Bei Genny Zero, Hoss R1 und den hier betrachteten Segway-PT-basierten Balance-Rollstühlen liegt die Nutzergewichtsgrenze bei maximal 120 kg. Liegt das Gewicht darüber, rückt insbesondere der Freedom One Life Series 5 in den Vordergrund. Beim Omeo muss die für die jeweilige Ausführung geltende Grenze separat geprüft werden.
Körpergröße: besonders beim Genny Zero wichtig
Beim Genny Zero gilt eine Körpergröße bis etwa 185 cm als regulärer Bereich. Bei größeren Nutzern gilt: persönliche Prüfung erforderlich, statt den Genny Zero pauschal als passend oder ungeeignet einzustufen.
Zwei Menschen können gleich groß und gleich schwer sein und trotzdem völlig unterschiedliche Anforderungen haben. Beim Genny Zero befindet sich die Lenkeinrichtung vor dem Nutzer – bei ausgeprägtem Bauchumfang kann der verfügbare Platz begrenzt sein. Das bedeutet nicht automatisch, dass der Genny Zero ungeeignet ist, aber die tatsächliche Sitz- und Bedienposition sollte bei einer Erprobung geprüft werden. Hoss R1, Omeo und der Freedom One Life bieten dagegen einen offenen bzw. komplett offenen Frontbereich, was bei kräftigerem Körperbau praktisch interessanter sein kann.
Bei aktiven Bedienkonzepten (Genny Zero, Omeo) ist besonders wichtig, ob der Nutzer seinen Oberkörper kontrolliert bewegen und Gewicht kontrolliert nach vorne und hinten verlagern kann. Ist das nur eingeschränkt möglich, rücken Fahrzeuge mit vollständiger Joysticksteuerung wie Hoss R1 und Freedom One Life stärker in den Vordergrund. Eine Bewegung, die noch ungewohnt oder wenig trainiert ist, muss dabei nicht automatisch als „nicht möglich“ gewertet werden – eine fachlich begleitete Erprobung kann zeigen, was sich noch entwickeln lässt. Sicherheit geht dabei immer vor.
5. Aktiv oder passiv – wie möchten Sie mobil sein?
Soll der Rollstuhl Sie möglichst komfortabel und mit wenig körperlichem Einsatz von A nach B bringen? Oder möchten Sie Ihren Körper bewusst in die Fahrzeugsteuerung einbeziehen – vielleicht darf das Fahren sogar eine gewisse Herausforderung sein? Mit „passiv“ meinen wir hier ausschließlich die Art der Fahrzeugsteuerung, nicht die persönliche Selbstständigkeit.
- Freedom One Life Series 5 – klassisches vierrädriges Konzept, komfortable elektrische Fortbewegung steht im Vordergrund, keine aktive Gewichtsverlagerung nötig.
- Hoss R1 – verbindet das Fahrkonzept eines selbstbalancierenden Fahrzeugs mit weitgehend passiver Joysticksteuerung.
- Genny Zero – der Nutzer ist Teil der Fahrzeugsteuerung: Vorwärtsfahrt und Bremsen über kontrollierte Körper- bzw. Gewichtsverlagerung, Lenkung separat.
- Omeo – besonders körperintegriert: Beschleunigen und Bremsen immer über den Körper, Lenkung wahlweise per Körper-/Sitzsteuerung oder Joystick (auch im Joystickmodus bleibt Vor-/Rückverlagerung körpergesteuert).
- Ältere Segway-PT-basierte Balance-Rollstühle – je nach Sitzsystem oft ebenfalls mit aktiver Gewichtssteuerung.
Aktiv fahren kann anstrengender sein – das sollte offen gesagt werden. Mit zunehmender Übung können die notwendigen Bewegungsabläufe aber routinierter werden. Wir versprechen dabei keinen Trainingseffekt, keine Gewichtsabnahme und keine Verbesserung bestimmter Erkrankungen – entscheidend für die Fahrzeugauswahl ist allein, ob Sie diese zusätzliche körperliche Aktivität überhaupt möchten und sicher ausführen können. Ein Nutzer kann körperlich problemlos einen aktiven Balance-Rollstuhl bedienen und trotzdem sagen: „Ich möchte meine Kraft nicht dafür einsetzen.“ Ein anderer kann nur noch begrenzte Strecken gehen und trotzdem sagen: „Ich möchte meinen Körper weiterhin bewusst einsetzen.“ Beides ist eine vollkommen legitime Entscheidung – und genau deshalb lohnt sich vor der endgültigen Wahl eine persönliche Erprobung.
Aktiv oder passiv – was passt besser zu Ihnen?
Beschreiben Sie uns Ihre Wünsche und körperlichen Möglichkeiten. Wir ordnen gemeinsam ein, welche Bedienkonzepte für Sie infrage kommen.
Mobilitäts-Finder starten6. Welches Bedienkonzept passt zu Ihnen?
Von außen sehen zwei Fahrzeuge vielleicht ähnlich aus – in der Praxis können sie sich aber völlig unterschiedlich bedienen. Deshalb lohnt sich ein genauerer Blick auf die wichtigsten Bedienkonzepte.
1. Vollständige Joysticksteuerung
Vorwärts, rückwärts, links, rechts, beschleunigen, verzögern – alle wesentlichen Fahrbefehle kommen über den Joystick, ohne dass der Nutzer seinen Körper gezielt verlagern muss. Beim Hoss R1 macht das den selbstbalancierenden Rollstuhl auch für Nutzer interessant, die keine aktive Körpersteuerung wünschen oder ausführen können. Der Freedom One Life Series 5 wird ebenfalls per Joystick gesteuert, ist aber ein vierrädriger Elektrorollstuhl und kein Balance-Rollstuhl – Joysticksteuerung bedeutet also nicht automatisch dasselbe Fahrgefühl.
2. Aktive Gewichtssteuerung
Beim Genny Zero werden Vorwärtsfahrt und Bremsen über kontrollierte Gewichts- bzw. Körperverlagerung gesteuert, die Lenkung erfolgt separat über die Lenkeinrichtung. Entscheidend ist dabei nicht eine möglichst große Bewegung, sondern dass sie kontrolliert, reproduzierbar und sicher ausgeführt werden kann.
3. Körper-/Sitzsteuerung und 4. Joystick-Lenkung beim Omeo
Der Omeo geht bei der Körperintegration noch einen Schritt weiter: Vorwärtsfahrt und Bremsen erfolgen immer durch Gewichts- bzw. Körperverlagerung. Für die Lenkung stehen zwei Modi zur Wahl – seitliche Körper-/Sitzbewegung oder eine fixierte Sitzposition mit Joystick-Lenkung. Wichtig: Auch im Joystickmodus bleibt der Omeo ein aktiv gesteuertes Fahrzeug, der Joystick übernimmt nur die Lenkung. Ein Nutzer mit eingeschränkter seitlicher Körperbewegung kann deshalb trotzdem für den Omeo infrage kommen, wenn die Vor- und Rückverlagerung sicher funktioniert.
5. Ältere Segway-PT-basierte Balance-Rollstühle
Genny 2.0, Freee F2, AddSeat, Bi-Go und weitere Systeme sollten nicht pauschal als ein einziges identisches Fahrzeug betrachtet werden – Aufbau und Bedienkonzept unterscheiden sich je nach Sitzsystem. Bei einem bereits vorhandenen Fahrzeug ist wichtig: Wie wird es heute gesteuert, und welche Eigenschaften möchte der Nutzer unbedingt behalten?
Eine eingeschränkte Handfunktion oder seitliche Körperbewegung führt dabei nicht automatisch zum Ausschluss eines Konzepts – sie ist ein Grund für eine genauere Erprobung. Sie müssen sich jetzt noch nicht entscheiden: Viele Menschen können sich vor der ersten Erprobung kaum vorstellen, wie unterschiedlich sich diese Fahrzeugkonzepte tatsächlich anfühlen.
7. Die Mobilitätskonzepte im direkten Vergleich
Genny Zero, Hoss R1, Omeo und Freedom One Life verfolgen teilweise grundlegend unterschiedliche Konzepte. Auch ältere Segway-PT-basierte Balance-Rollstühle haben Eigenschaften, die für bestimmte Nutzer weiterhin interessant sein können. Es geht hier nicht darum, einen allgemeinen Sieger zu bestimmen, sondern: Welches Konzept passt zu Ihren körperlichen Möglichkeiten, Ihren Vorstellungen und Ihrem Alltag?
1. Genny Zero
Aktiv & selbstbalancierend
Interessant, wenn Sie aktiv fahren möchten, Ihren Oberkörper kontrolliert einsetzen und Vor-/Rückverlagerungen sicher ausführen können und ein sehr wendiges Fahrzeug suchen.
Genauer prüfen bei: eingeschränkter Rumpfstabilität, >185 cm Körpergröße, >120 kg Nutzergewicht.
2. Hoss R1
Balance-Technik mit Joystick
Interessant, wenn Sie ein selbstbalancierendes Fahrzeug vollständig per Joystick steuern möchten, wenig Rumpfstabilität haben oder einen offenen Frontbereich bevorzugen.
Zulässiges Nutzergewicht 120 kg beachten.
3. Omeo
Besonders körperintegriert
Interessant, wenn Sie ein sehr körperintegriertes Fahrgefühl suchen, Vor-/Rückverlagerungen sicher ausführen können und einen offenen Frontbereich möchten – Lenkung wahlweise per Körper oder Joystick.
Zulässiges Nutzergewicht der jeweiligen Ausführung separat prüfen.
4. Ältere Segway-PT-Systeme
Genny 2.0, Freee F2, AddSeat, Bi-Go u. a.
Interessant, wenn Sie bereits ein solches Fahrzeug besitzen, damit gut zurechtkommen und das aktive Fahrgefühl behalten möchten. Ein Fahrzeug muss nicht automatisch ersetzt werden, nur weil es älter ist.
Segway-PT-Basis oft weiterhin gut versorgbar – das jeweilige Sitzsystem separat prüfen.
5. Freedom One Life Series 5
Vierrädriger Elektrorollstuhl
Eine andere Fahrzeugkategorie als die Balance-Rollstühle: komplett offener Frontbereich, vollständige Joysticksteuerung, keine aktive Gewichtssteuerung. Gewinnt oberhalb von 120 kg Nutzergewicht deutlich an Bedeutung.
Zulässige Gewichtsgrenze der jeweiligen Konfiguration beachten.
| Merkmal | Genny Zero | Hoss R1 | Omeo | Ältere Segway-Systeme | Freedom One Life |
|---|---|---|---|---|---|
| Selbstbalancierend | Ja | Ja | Ja | häufig ja | Nein |
| Aktive Vor-/Rücksteuerung per Körper | Ja | Nein | Ja | je nach System | Nein |
| Vollständige Joysticksteuerung | Nein | Ja | Nein | je nach System | Ja |
| Offener Frontbereich | Nein | Ja | Ja | je nach System | Ja, komplett |
| Persönliche Erprobung sinnvoll | Ja | Ja | Ja | Ja | Ja |
Diese Übersicht ist bewusst eine Orientierung und keine Rangliste. Sie zeigt, warum die Frage „Welcher ist der beste Rollstuhl?“ kaum sinnvoll beantwortet werden kann – die bessere Frage lautet: „Welche dieser Eigenschaften brauche ich für meinen Alltag?“ Häufig kommen auch mehrere Fahrzeuge infrage: Ein Nutzer kann körperlich problemlos einen Genny Zero fahren und trotzdem den Hoss R1 bevorzugen, weil er eine Joysticksteuerung möchte. Der Mobilitäts-Finder muss deshalb nicht zwingend ein einzelnes Fahrzeug als Ergebnis nennen – seine Aufgabe ist es, die Auswahl sinnvoll einzugrenzen. Die endgültige Entscheidung sollte anschließend möglichst anhand einer persönlichen Erprobung getroffen werden.
Ausführlicher Balance-Rollstuhl-Vergleich
Weitere technische Details zu Genny Zero, Omeo, Hoss R1 und dem treppensteigenden Scewo BRO im direkten Vergleich.
Zum Balance-Rollstuhl-VergleichMehrere Konzepte kommen für Sie infrage?
Genau dafür gibt es die persönliche Erprobung. Lassen Sie sich unverbindlich beraten.
Mobilitäts-Finder starten8. Sitzposition, Körperbau, offener Frontbereich und Transfer
Ein Rollstuhl kann technisch zu Körpergröße und Nutzergewicht passen und trotzdem in der Praxis nicht richtig zum Menschen passen – denn Menschen mit gleicher Größe und gleichem Gewicht können völlig unterschiedlich gebaut sein. Die Sitzposition entscheidet darüber, wie sicher der Nutzer sitzt, wie gut Bedienelemente erreicht werden, wie viel Bewegungsfreiheit vorhanden ist und wie ein Transfer funktioniert.
Beim Genny Zero befindet sich die Lenkeinrichtung vor dem Nutzer – hier ist der verfügbare Platz vor dem Körper wichtig. Hoss R1 und Omeo besitzen einen offenen Frontbereich, der Freedom One Life einen komplett offenen Frontbereich. Das kann bei größerem Platzbedarf oder bestimmten Transferanforderungen ein wesentlicher praktischer Vorteil sein – ersetzt aber nicht die Prüfung von Sitztiefe, Sitzbreite, Bein- und Fußposition, Rückenposition und Bedienposition im Einzelfall.
Genauso wichtig ist der Transfer: Steigen Sie selbstständig im Stehen um, wechseln Sie seitlich, benötigen Sie Unterstützung, ein Rutschbrett oder einen Lifter? Diese Information ist für PT Pro wesentlich hilfreicher als die pauschale Frage „Ist das Fahrzeug transferfreundlich?“ – denn Transferfreundlichkeit hängt immer vom Nutzer und der konkreten Situation ab. Beim Hoss R1 können zudem die abnehmbaren Armlehnen mit Schnellverschluss für bestimmte Transfersituationen relevant sein. Erst wenn Sie stabil sitzen, ausreichend Platz haben, alle notwendigen Bewegungen ausführen können und der Transfer auch im Alltag funktioniert, passt ein Fahrzeug nicht nur technisch, sondern auch praktisch.
9. Wo möchten Sie fahren?
„Dieses Fahrzeug ist outdoorfähig“ kann vieles bedeuten – eine asphaltierte Promenade, Kopfsteinpflaster in der Altstadt, ein befestigter Waldweg, ein Feldweg, eine Wiese, loser Schotter oder ein steiler Weg sind völlig unterschiedliche Anforderungen. Überlegen Sie deshalb zunächst, wo Ihr Alltag tatsächlich stattfindet: in Innenräumen (Wendigkeit, Türbreiten), in der Stadt auf befestigten Wegen, auf Kopfsteinpflaster (hier spielen Bereifung, Dämpfung und Sitzkomfort eine große Rolle) oder auf Wald- und Feldwegen.
Auch „Wiese“ ist nicht gleich „Wiese“ – eine trockene, feste Wiese ist etwas anderes als eine nasse, weiche oder unebene. Bei Schotter, Sand, Schlamm oder Schnee muss die konkrete Fahrzeug- und Reifenkonfiguration individuell betrachtet werden, und auch Steigungen hängen stark von Untergrund und Nässe ab. Deshalb reicht die Frage „Möchten Sie im Gelände fahren?“ nicht aus – entscheidend ist, auf welchen Untergründen Sie regelmäßig unterwegs sein möchten und wie oft: täglich, mehrmals pro Woche, gelegentlich oder selten. Ein Weg, den Sie zweimal im Jahr nutzen, sollte die Fahrzeugauswahl nicht genauso stark bestimmen wie ein Weg, den Sie jeden Tag fahren müssen. Wenn direkt vor Ihrer Wohnung eine problematische Schwelle liegt, kann diese einzelne Stelle wichtiger sein als mehrere Kilometer theoretische Reichweite.
10. Reichweite und Geschwindigkeit
Ein Fahrzeug mit 50 km Reichweite klingt zunächst besser als eines mit 30 km – für die Fahrzeugauswahl sind diese Zahlen allein aber nur begrenzt aussagekräftig. Herstellerangaben entstehen unter bestimmten Bedingungen; Nutzergewicht, Geschwindigkeit, Steigungen, Untergrund, Temperatur und Fahrweise beeinflussen die tatsächlich erreichbare Strecke im Alltag erheblich. Deshalb sollte immer eine Reserve eingeplant werden, und die wichtigere Frage lautet: Wie viele Kilometer möchten Sie an einem längeren normalen Nutzungstag tatsächlich zurücklegen?
Auch bei der Geschwindigkeit sollte nicht einfach die höchste Zahl entscheiden. In Innenräumen spielt Tempo praktisch keine Rolle, auf längeren Wegen draußen – etwa mit Fahrradfahrern oder zügig gehenden Begleitpersonen – kann eine höhere mögliche Geschwindigkeit dagegen einen erheblichen Unterschied machen. Wichtig: Die technisch mögliche Höchstgeschwindigkeit und die rechtlich zulässige Nutzung sind zwei verschiedene Dinge und werden für das jeweilige Fahrzeug und den vorgesehenen Einsatz gesondert geprüft. Auch ein Wechselakkusystem kann interessant sein, wenn zusätzliche geladene Akkus mitgenommen werden sollen – wichtiger als die reine Akkugröße ist, wie das gesamte Energiekonzept zu Ihrem Alltag passt.
11. Passt der Rollstuhl in mein Auto?
Ein Rollstuhl kann hervorragend fahren und perfekt zum Nutzer passen – wenn er sich aber nicht sinnvoll mit dem vorhandenen Auto transportieren lässt, wird das im Alltag schnell zum Problem. Die Aussage „Der Rollstuhl passt in einen Kombi oder SUV“ ist zu ungenau: Breite und Höhe der Kofferraumöffnung, Ladekantenhöhe, Innenhöhe und die nutzbare Fläche zwischen den Radkästen unterscheiden sich selbst innerhalb einer Fahrzeugklasse erheblich. Entscheidend ist deshalb immer das konkrete Auto – Hersteller, Modell, Baujahr und im Idealfall die tatsächlichen Maße der Kofferraumöffnung.




Es reicht nicht, Länge × Breite × Höhe des Rollstuhls mit den Kofferraummaßen zu vergleichen. Relevant ist auch, wie das Fahrzeug für den Transport vorbereitet wird – lässt sich die Rückenlehne umklappen, wie hoch ist es in Transportstellung, wie viel Platz wird beim Hinein- und Herausfahren tatsächlich benötigt? Mindestens genauso wichtig wie die Frage „Passt es hinein?“ ist: „Kann ich es im Alltag vernünftig transportieren?“ Es gibt unterschiedliche Verlademethoden – mobile oder fest eingebaute Rampe, Fahrzeuglift, Kran-/Hebesystem oder ein abgesenktes Fahrzeug. Und: Möchten Sie den Rollstuhl selbst verladen, oder übernimmt das eine Begleitperson? Eine Lösung, die mit zwei Helfern problemlos funktioniert, kann für einen allein reisenden Nutzer völlig ungeeignet sein.
Genny Zero verladen leicht gemacht – Kofferraum, Rampen, Lift & Kran
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Wenn der Fahrzeugtransport ein entscheidendes Kriterium ist, gibt es eine einfache Möglichkeit, Unsicherheit zu vermeiden: mit dem eigenen Auto ausprobieren, wie die Verladung tatsächlich funktioniert – passt die Höhe, die Breite, lässt sich die Heckklappe schließen, und würden Sie das im Alltag wirklich regelmäßig so machen wollen? Wer bereits ein geeignetes Auto besitzt und nicht wechseln möchte, sollte das unbedingt angeben – dann lautet die Aufgabe nicht „Welches Fahrzeug wäre ideal?“, sondern „Welche Mobilitätslösung passt zu mir und zu meinem Auto?“. Mehr zu Maßen, Packmaßen und Verlademöglichkeiten des Genny Zero finden Sie in unserem ausführlichen Ratgeber zu Abmessungen & Autotransport.
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Teilen Sie uns Ihr Auto und Ihre Transportanforderungen mit – wir denken den Autotransport von Anfang an mit.
Mobilitäts-Finder starten12. Reisen mit Rollstuhl oder Balance-Rollstuhl
Eine Mobilitätslösung soll nicht nur zu Hause funktionieren. Je nachdem, ob Sie mit dem Auto verreisen, regelmäßig Bahn fahren, einen Wohnmobilurlaub planen oder fliegen möchten, ergeben sich unterschiedliche Anforderungen. Beim Wohnmobil spielen etwa Türbreite, Einstieg, Stauraum und Untergründe auf Campingplätzen eine Rolle; bei der Bahn Abmessungen, Gewicht und die konkrete Ein- und Ausstiegssituation am jeweiligen Bahnhof.
Flugreisen sind ein Sonderfall: Hier reicht es nicht, dass ein Rollstuhl grundsätzlich transportierbar aussieht. Fahrzeuggewicht, Abmessungen, Batterietechnologie und die Möglichkeit zur Batterieentnahme müssen mit den Anforderungen der jeweiligen Fluggesellschaft abgeglichen werden – die Flugtauglichkeit sollte niemals allein aufgrund einer allgemeinen Aussage wie „kann im Flugzeug transportiert werden“ angenommen werden, sondern vor der Reise für die konkrete Kombination aus Fahrzeug, Batterie und Fluggesellschaft geprüft werden. Auch am Urlaubsort selbst beginnt die eigentliche Nutzung: Kopfsteinpflaster, Steigungen, sandige Wege oder kleine Aufzüge können dort genauso relevant sein wie zu Hause. Wer häufig und weit reist, sollte außerdem an Lademöglichkeiten unterwegs und an wichtige Ersatzteile denken.
13. Was ist mit Treppen?
Treppen sind eine der offensichtlichsten Barrieren – deshalb klingt ein treppensteigender Rollstuhl zunächst sehr attraktiv. Für die Fahrzeugauswahl ist aber eine andere Frage entscheidender: Müssen Sie tatsächlich regelmäßig unvermeidbare Treppen überwinden – oder brauchen Sie vor allem eine gute Lösung für Ihren normalen Alltag? Wenn Sie beispielsweise täglich eine Treppe überwinden müssen, um Ihre Wohnung zu verlassen, kann Treppenfähigkeit ein zentrales Kriterium werden. Kommen Treppen dagegen nur gelegentlich vor – bei Freunden, in einzelnen Restaurants, auf Reisen – sollte die gesamte Fahrzeugwahl nicht auf diese seltenen Situationen ausgerichtet werden.
Wenn das selbstständige Überwinden von Treppen eine zentrale und regelmäßig notwendige Anforderung ist, gehört der Scewo BRO als spezielles Mobilitätskonzept in die Betrachtung. Er unterscheidet sich deutlich von den bisherigen Fahrzeugen dieses Ratgebers und gehört bewusst nicht in die normale PT-Pro-Kernreihenfolge aus Genny Zero, Hoss R1, Omeo, älteren Segway-PT-Systemen und Freedom One Life – er ist vielmehr eine Speziallösung für Nutzer, bei denen Treppen tatsächlich ein wesentliches Auswahlkriterium darstellen. Auch bei einem treppensteigenden Fahrzeug bleiben dabei alle anderen Anforderungen bestehen: Sitzposition, Bedienbarkeit, Größe, Gewicht und Transport müssen weiterhin passen. Weitere Einordnung zum Scewo BRO im Vergleich mit unseren übrigen Balance-Rollstühlen finden Sie im Balance-Rollstuhl-Vergleich.
14. Service, Reparatur und langfristige Nutzbarkeit
Bei der Rollstuhlauswahl wird ein Punkt häufig unterschätzt: Was passiert, wenn das Fahrzeug in zwei, fünf oder acht Jahren einen Defekt hat? Ein häufiger Irrtum lautet: „Wenn das Ersatzteil vorhanden ist, kann das Fahrzeug repariert werden.“ Bei modernen, teils softwaregesteuerten Mobilitätslösungen können zusätzlich Diagnosesoftware, Herstellerzugänge oder Initialisierung neuer Komponenten erforderlich sein. Deshalb sollte immer die gesamte Servicekette betrachtet werden: Wer kann Fehler diagnostizieren? Sind Ersatzteile verfügbar? Was kann der Fachbetrieb selbst durchführen, wofür wird der Hersteller benötigt?
PT Pro betreut den Genny Zero als eigenständige Fahrzeugplattform ebenso wie den Hoss R1, für den PT Pro Distributor ist. Der Omeo und ältere Segway-PT-basierte Balance-Rollstühle basieren auf der Segway-PT-Plattform, mit der PT Pro langjährige Werkstatterfahrung hat – nach unserer Praxis ist die Segway-PT-Basis selbst meist nicht das eigentliche Versorgungsproblem, sondern eher einzelne, herstellerseitig nicht mehr gepflegte Sitzsysteme. Ein älteres Balance-Fahrzeug sollte deshalb nicht allein wegen seines Alters vorschnell ersetzt werden, bevor sein tatsächlicher technischer Zustand geprüft wurde. Auch Akkus sind Verschleißkomponenten – Ladeverhalten, Standzeiten und die Möglichkeit eines einzelnen Akkutauschs sollten Teil des Fahrzeugvergleichs sein. Mehr zu Garantie und Gewährleistung bei PT Pro lesen Sie in unserem Ratgeber zu Service, Wartung & Garantie.
15. Kauf oder Kostenträger?
Früher oder später stellt sich bei jeder Mobilitätslösung die Frage: Wer bezahlt das Fahrzeug? Beim Selbstkauf entscheiden Sie grundsätzlich selbst – trotzdem lohnt sich eine sorgfältige, persönlich erprobte Auswahl. Soll eine Kostenübernahme beantragt werden, reicht der Wunsch nach einem bestimmten Fahrzeug allein in der Regel nicht aus: Entscheidend ist, welcher konkrete individuelle Versorgungsbedarf besteht und warum die beantragte Lösung dafür erforderlich und geeignet ist. Konkrete Alltagssituationen – etwa „Ich kann den Weg vom Parkplatz zu meinem Arbeitsplatz nicht mehr zuverlässig bewältigen“ – sind dabei wesentlich aussagekräftiger als allgemeine Produktvorteile.
Eine dokumentierte Erprobung kann diese Begründung erheblich stärken. PT Pro kann die technischen und praktischen Erkenntnisse aus Beratung und Erprobung strukturiert aufbereiten – die medizinische Beurteilung und Verordnung erfolgt durch die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt, und eine Kostenübernahme kann nicht garantiert werden. Wichtig ist deshalb, zwei Entscheidungen zu trennen: Zuerst, welche Mobilitätslösung funktionell zu Ihnen passt – danach, wie diese Versorgung finanziert werden kann. Mehr dazu, auch zum Wechselbonus und Ablauf bei der Krankenkasse, in unserem Ratgeber Genny Zero kaufen & Kostenübernahme.
Selbstzahler, Kostenträger – oder noch unklar?
Teilen Sie uns Ihre Situation mit. Wir klären gemeinsam den passenden nächsten Schritt.
Mobilitäts-Finder starten16. Welches Konzept könnte zu Ihnen passen?
Sie haben jetzt die wichtigsten Punkte kennengelernt, die bei der Auswahl einer Mobilitätslösung eine Rolle spielen. Vielleicht zeichnet sich bereits eine Richtung ab – vielleicht kommen aber auch zwei oder drei Konzepte infrage. Beides ist vollkommen normal. Der PT Pro Mobilitäts-Finder errechnet bewusst keinen künstlichen „Testsieger“ und nennt keine Prozentwerte wie „Der Genny Zero passt zu 94 % zu Ihnen“ – eine solche Genauigkeit wäre bei einer komplexen Mobilitätsversorgung nicht seriös.
- Möchten Sie aktiv mit Ihrem Körper fahren und können Vor-/Rückverlagerungen sicher ausführen? Dann ist der Genny Zero besonders interessant.
- Möchten Sie Ihren Körper möglichst umfassend zur Steuerung einsetzen, inklusive Lenkung? Dann kann der Omeo passen.
- Möchten Sie die Wendigkeit eines Balance-Rollstuhls, aber nicht aktiv über Ihr Gewicht steuern? Dann sollte der Hoss R1 näher betrachtet werden.
- Fahren Sie bereits einen Segway-basierten Balance-Rollstuhl und kommen gut zurecht? Dann sollte zuerst geklärt werden, was an Ihrem Fahrzeug erhalten werden kann.
- Möchten Sie möglichst vollständig per Joystick fahren und benötigen aufgrund Ihres Nutzergewichts (>120 kg) ohnehin eine Alternative zu den Balance-Rollstühlen? Dann rückt der Freedom One Life Series 5 in den Vordergrund.
- Müssen Sie regelmäßig selbstständig Treppen überwinden? Dann sollte zusätzlich der Scewo BRO betrachtet werden.
Statt einer Prozentzahl lautet ein mögliches Ergebnis zum Beispiel: „Aktive Balance-Mobilität könnte für Sie interessant sein“ oder „Joystickgesteuerte Mobilität könnte für Ihre Anforderungen besonders interessant sein“ – als verständliche erste Orientierung, nicht als automatische Kaufempfehlung.
Was Sie am Ende mitnehmen sollten, sind nicht nur Fahrzeugnamen, sondern ein klareres Bild davon, was Ihnen wichtig ist: Ihr gewünschtes Bedienkonzept, Ihre körperlichen Voraussetzungen, Ihre Sitz- und Platzanforderungen, Ihre typischen Einsatzbereiche sowie Ihre Anforderungen an Transport und Reisen. Genau diese Informationen sollte auch PT Pro erhalten, damit die persönliche Beratung nicht wieder bei null beginnt.
17. Warum eine persönliche Erprobung so wichtig ist
Nach einem ausführlichen Vergleich kann man bereits gut einschätzen, welche Lösungen grundsätzlich infrage kommen – aber irgendwann endet die Theorie. Ob ein Fahrzeug wirklich zu Ihnen passt, zeigt sich erst, wenn Sie selbst damit fahren. Ein Bedienkonzept, das auf dem Papier kompliziert klingt, kann sich nach wenigen Minuten überraschend natürlich anfühlen – und umgekehrt. Niemand muss vor einer Erprobung bereits wissen, wie man einen Genny Zero, Hoss R1 oder Omeo fährt. Genau dafür gibt es Einweisung und Erprobung.
Eine sinnvolle Erprobung besteht nicht nur aus fünf Minuten Geradeausfahren, sondern betrachtet je nach Fahrzeug unter anderem Anfahren, kontrolliertes Anhalten, Kurven, enge Bereiche und typische Alltagssituationen – ebenso wichtig sind Sitzposition, Ermüdung nach längerer Nutzung und der individuelle Transfer. Wenn das Fahrzeug regelmäßig transportiert werden soll, gehört auch die Verladung ins eigene Auto zur Erprobung. Eine anfängliche Unsicherheit – gerade bei einem selbstbalancierenden Fahrzeug ganz normal – ist kein Ausschlusskriterium. Genauso wichtig: Wenn notwendige Bewegungen nicht sicher ausgeführt werden können oder sich der Nutzer mit einem Konzept dauerhaft unwohl fühlt, wird ehrlich eine andere Lösung besprochen. Ziel ist nicht, ein bestimmtes Fahrzeug unbedingt passend zu machen, sondern herauszufinden, welche Lösung für diesen Menschen am besten funktioniert.
Vom Segway-Rollstuhl zum Genny Zero – erste Probefahrt überzeugt
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Durch den Mobilitäts-Finder können die wichtigsten Informationen – Körpergröße, Nutzergewicht, gewünschte Bedienweise, Einsatzbereiche, Autotransport, Reisen, Treppen – schon vor dem Termin erfasst werden. So weiß PT Pro bereits vor der Erprobung, welche Punkte besonders wichtig sind und welche Fahrzeugkonzepte sinnvoll miteinander verglichen werden sollten. Erprobungen sowie das Mieten & Testen einzelner Fahrzeuge organisieren wir über unsere Seite Mieten & Testen.
18. Persönliche Einschätzung durch PT Pro
Sie haben jetzt die wichtigsten Fragen kennengelernt, die bei der Auswahl einer modernen Mobilitätslösung eine Rolle spielen. Damit wissen wir bereits deutlich mehr als nur „Ich suche einen neuen Rollstuhl“: was Sie erreichen möchten, wie mobil Sie heute sind, welche körperlichen Voraussetzungen Sie mitbringen, welche Bedienung für Sie infrage kommt, wo Sie unterwegs sein möchten und ob Selbstkauf oder eine mögliche Kostenträgerversorgung relevant ist. Damit kann die persönliche Beratung wesentlich gezielter beginnen.
Sie müssen jetzt noch kein Fahrzeug auswählen. Der nächste sinnvolle Schritt ist, Ihre Anforderungen gemeinsam mit PT Pro einzuordnen und anschließend die passenden Konzepte praktisch zu vergleichen – nicht „Jetzt Fahrzeug kaufen“, sondern „Jetzt weiß ich, worauf es bei meiner Mobilitätslösung ankommt.“ Nutzen Sie dafür unser bestehendes Mobilitätsberatungsformular – darin können Sie uns Fahrzeuginteresse, Nutzungsverteilung, Körpermaße, eventuelle körperliche Einschränkungen, Finanzierungsweg und Ihre Bereitschaft zur Erprobung mitteilen. Ihre Angaben werden übersichtlich an PT Pro übermittelt, sodass Sie Ihre Situation beim ersten Kontakt nicht noch einmal von vorne erklären müssen.
Der PT Pro Mobilitäts-Finder bietet eine erste Orientierung und ersetzt keine individuelle medizinische Beurteilung und keine persönliche Prüfung der tatsächlichen Fahrzeugeignung. Aus Ihren Angaben entsteht keine Garantie, dass ein bestimmtes Fahrzeug geeignet ist oder ein Kostenträger die Kosten übernimmt. Da im Formular auch freiwillige Angaben zu körperlichen Einschränkungen möglich sind, verarbeiten wir diese ausschließlich im Rahmen der auf dem Formular ausgewiesenen Datenschutzhinweise und Einwilligung.
Mobilität beginnt nicht mit einem Produkt.
Sie sind sich noch nicht sicher, welches Fahrzeug zu Ihnen passt? Das müssen Sie auch nicht sein. Senden Sie uns Ihre Angaben und lassen Sie Ihre Anforderungen persönlich durch PT Pro einordnen.
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